Kredit für Gewerbe

Gewerbekredite: Kosten und Besonderheiten

Ein Kredit für ein Gewerbe unterscheidet sich in mehreren Aspekten vom einem Darlehen für Privatpersonen. Das gilt insbesondere für die Bonitätsprüfung, die bei Unternehmern umfangreicher ist. Das liegt an den größeren wirtschaftlichen Risiken bei Gewerbefinanzierungen. Auch die Kreditarten differieren, für Firmen gibt es unter anderem spezielle Investitionskredite.

Einen Kredit erhalten: Die Voraussetzungen

Kredit für Selbstständige

Wollen Selbstständige einen Kredit für das Gewerbe beantragen, müssen sie eine Vielzahl an Unterlagen einreichen. Bei Privatpersonen genügen Gehaltsnachweise und gegebenenfalls der Arbeitsvertrag, bei Unternehmern verlangen die Banken angesichts der unsicheren Einkommenslage mehr Dokumente. Der Umfang hängt von der Art des Unternehmens und der Höhe der Kreditsumme ab. Einzelunternehmer müssen zum Beispiel häufig die Steuerbescheide von mindestens zwei Jahren sowie die aktuelle Buchhaltung vorlegen. Bankmitarbeiter stellen anhand der Zahlen fest, wie beständig die Einkünfte sind. Von anderen fordern die Institute mehrere Bilanzen und ähnliches. Speziell bei Investitionen kommen Wirtschaftlichkeitsrechnungen, Machbarkeitsstudien und weitere Dokumente hinzu.

Einen Sonderfall bilden Kredite für Unternehmensgründer. Diese weisen noch keine fundierten Geschäftszahlen auf, entsprechend müssen Banken die Erfolgschance prognostizieren. Deshalb bestehen sie auf einem detaillierten Businessplan. In diesem beschreiben Gründer ihre Geschäftsidee und konkretisieren das Geschäftskonzept, die Bandbreite reicht von der Betriebsorganisation über das Marketing bis hin zur Konkurrenzanalyse. Diesen Schilderungen fügen sie einen Finanzplan hinzu, der realistisch die Einkommens- und Ausgabensituation, die Finanzierung und die Liquidität erläutert. Es empfiehlt sich, dafür die Hilfe von Profis wie Wirtschaftsberatern in Anspruch zu nehmen.

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Investitionskredit und Betriebsmittelkredit

Unternehmern stehen zwei grundsätzliche Kreditarten zur Verfügung, die verschiedenen Zwecken dienen: Mit einem Investitionskredit finanzieren sie gezielt eine Anschaffung, welche in der Bilanz zum Sachvermögen gehört. Es kann sich zum Beispiel um Grundstücke, Fahrzeuge und Maschinen handeln. Die Kreditsumme ist identisch mit den Anschaffungskosten abzüglich des Eigenanteils. Kreditgeber müssen in der Regel einen bestimmten Anteil an Eigenkapital einbringen, die Quote liegt zwischen 5 und 20 %. Die Laufzeit gleicht der Abschreibungsdauer.

Ein anderer Kredit für das Gewerbe stellt der Betriebsmittelkredit dar. Diese Darlehen sichern die Liquidität einer Firma, sie stemmen mit dem Geld flexibel die laufenden Ausgaben. Ohne diese Kredite würde jederzeit die Zahlungsunfähigkeit drohen, wenn ein Händler unter anderem eine größere Warenlieferung vorfinanzieren muss. Vielfach schließen Selbstständige deswegen einen Kontokorrentkredit ab, der ähnlich wie ein privater Dispo funktioniert. Es finden sich aber Unterschiede: So überprüfen Banken in kurzen Abständen die Bonität, zudem können sich zu den Zinskosten für die tatsächliche Nutzung der Kreditlinie Bereitstellungsgebühren gesellen. Eine weitere Variante ist der Abrufkredit, bei dem Kreditnehmer größere Summen abrufen und die Schuld per Ratenzahlungen tilgen.

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